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Eine Vaskulitis ist die medizinische Fachbezeichnung für Entzündungen in der Wand von Blutgefäßen. Da es in nahezu jedem Organ des Körpers Blutgefäße verschiedenen Durchmessers gibt, können Schäden an den Blutgefäßen und die gleichzeitige Ausbildung von Entzündungsherden außerhalb der Blutgefäße mit sehr verschiedenen Krankheitszeichen einhergehen. So entstehen sehr vielfältige Krankheiten mit vielen verschiedenen Namen, die allerdings manchmal eine rasche und möglicherweise lebensbedrohliche Organschädigung mit sich bringen. Je nach dem Befallsmuster werden spezialisierte Mediziner aus verschiedenen Fachgebieten benötigt, um die schwierige und seltene Diagnose festzustellen und die akute Krankheitsberuhigung (Induktion) und die nachhaltig langzeitliche Remissionserhaltung durch entsprechende Therapieführung zu organisieren.

Spezialisten sind nötig

Da die Vaskulitis-Erkrankungen sehr selten sind (pro Jahr 30 neue Fälle unter einer Million Einwohnern) ist es nicht selbstverständlich für alle Ärzte, entsprechende Übung und Erfahrung in der Entdeckung und im Umgang mit solchen Krankheiten und solchen Patienten zu gewinnen. Die europäische Rheumaliga empfiehlt daher, dass die Betreuung von Patienten mit Gefäßentzündungen in Kompetenzzentren erfolgt. (Mukhtyar, Annals Rheum Dis 2009). Spezielle diagnostische und therapeutische Eingriffe und deren Auswertung müssen rasch geschehen und erfordern daher eine intensive und gut organisierte Kommunikation und Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen. Auch die Langzeitbetreuung erfordert viel Erfahrung, da die Vaskulitiden auch noch nach Jahren der Ruhe wieder ausbrechen können und andere Organsysteme als die ursprünglichen befallen können.

Kompetenzzentren

Um den zuweisenden Ärzten einen rasch erreichbaren Ansprechpartner mit entsprechendem kollegialen Rückhalt in anderen Fächern der Medizin nennen zu können, haben wir am Landeskrankenhaus - Universitätsklinikum Graz ein Vaskulitiszentrum gegründet. In regelmäßigen Abständen kommen die damit befassten Kollegen zusammen und tauschen sich über die Unterdisziplinen hinaus aus. Noch wichtiger sind aber akut einberufene Konferenzbesprechungen, wenn ein kritisch kranker Patient zu uns überwiesen wird, bei dem so schnell wie möglich die Diagnose gebraucht wird, um durch intensive Behandlung weitere Organschäden zu verhindern und die zerstörerische, irrtümlich entstandene immunmediierte Entzündung zu stoppen.